SKYLINES

Ausstellung im JenTower:

 

Kategorie: Street Art, Graffiti

 

Als besonderes Leinwandjubiläum präsentieren Marko Kurth vom HEIMATKIOSK und Michael Drosdek von FARBGEFÜHL ihre Ausstellung „Skylines“ . In einer Mixtur aus Grafik, Technik und Farbe zeigen die beiden Künstler ihren Blick auf die Stadt, die sie seit 20 Jahren verbindet.

 

Zur kreativen Verstärkung holten sie Stepo Göschwitz und Alive_4000 mit an die Wände. Diese Ausstellung ist nicht nur ein farbvoll, grafisches Wiedersehen von Freunden. Es verfolgt auch eine Mission: 10% vom Verkaufserlös gehen an das Kassablanca für die Rettung der Clubscene in Jena. Haltet durch

 

Dauer: 1. – 30. April 2021

 

Anschrift: JenTower,

Leutragraben 1, 07745 Jena

Jena. Vier Jenaer Künstler haben sich zusammengetan, um Heimatgefühl zu versprühen. Das kann im wörtlichen Sinne verstanden werden, denn Marko Kurth, Michael Drosdek und die beiden Künstler, die unter ihren Nicknames StepONE und Alive_4000 arbeiten, haben eine Streetart und Graffiti-Ausstellung im Jentower zusammengestellt.

Die vier Künstler kennen sich bereits seit Jahren, die Stadt an der Saale verbindet sie. Mit der Ausstellung, die bis zum 30. April im Eingangsbereich des Jentowers zu sehen ist, erweisen sie Jena die Ehre. Es sei ein farbenfrohes, grafisches Zusammenkommen von Freunden, so Kurth. Die Jenaer Skyline erstreckt sich über verschiedene Leinwände, die Künstler spielen mit bekannten Motiven, in die sie ihre Stadt einfügen. Schriftzüge und Farbspiele machen die Werke der Künstler aus. Graffiti lebe immer im Spannungsfeld zwischen illegalen selbstdarstellerischen Sprühereien und gekonnten Auftragsarbeiten, sagt Michael Drosdek, dessen Arbeiten man in Jena an vielen Wänden großformatig bewundern kann. Er gehört zu dem Jenaer Künstlerduo „Farbgefühl“.

„Graffiti kann auch einfach eine widerliche Ego-Show sein, die mit einem Räuber-und-Gendarme-Spiel verbunden wird“, sagt er. Es sei für viele junge Menschen außerdem eine Art Protest zu zeigen. Und natürlich gebe es immer Dinge, die kritisiert werden müssten – selbst in Jena. „Diese Stadt bietet sehr viel. Sie ist lebendig, offen und vielfältig. Trotzdem geht der Raum für freie Entfaltung und Kreativität mehr und mehr verloren“, sagt Drosdek. Man stehe „unter Beobachtung“ und das hemme die kreative Szene. Doch Graffiti-Schmiererei halte er nicht für eine sinnvolle Form des Protests.

„Die kreativen Möglichkeiten dieser Kunstform sind unerschöpflich“, sagt er. Sehr schnell könne man die Techniken erlernen. Das beobachte er vor allem in Workshops, die er für Kinder und Jugendliche anbiete. Graffiti sei gar nicht so schwer, behauptet Drosdek. Ob diese Aussage nicht seine eigene künstlerische Leistung schmälere? „Nein“, sagt er. Er finde seine eigene Arbeit ohnehin nie sehr gut. „Nichts bremst den Schaffensprozess mehr als Selbstgefälligkeit.“

Für Marko Kurth ist weniger die Umsetzung als die Idee der entscheidende Moment. Auch Kurths Arbeiten finden sich überall in der Stadt. Er ist Gründer des „Heimatkiosk“. Werbeaufträge und das Entwerfen besonderer Jena-Souvenirs gehören zu seinem Arbeitsfeld. Und obwohl die Arbeitsweise der Künstler so verschieden ist, fügt sich die Ausstellung im Jentower zu einem homogenen Ganzen.

Weshalb nur Männer für das Ausstellungsprojekt zusammengefunden haben? Graffiti, so meint Drosdek, sei tatsächlich noch eine Männerdomäne. Dabei sehe er gerade in den Workshops immer wieder sehr talentierte junge Frauen. „Leider bleiben da einfach viele nicht am Ball.“ Marko Kurth unterstützte den Verein Mädchenprojekt dabei, die erste „Hall of Femme“ einzurichten – also eine legale Graffitiwand in Jena nur für Mädchen und junge Frauen.

Mit der aktuellen Ausstellung allerdings wollen die Künstler vor allem das Kassablanca und die Jenaer Clubszene unterstützen. Jedes der 23 Bilder, die im Jentower ausgestellt werden, soll für 450 Euro den Besitzer wechseln. Zehn Prozent des Erlöses wollen die Künstler dann an das Kassablanca geben. „Das Kassablanca ist immer ein Ort des Austauschs gewesen. Aus ganz Deutschland kamen Graffiti-Künstler, um hier die alten Waggons zu gestalten. Auch für uns war es ein Ort der Zusammenkunft und der Kreativität“, sagt Kurth.